Im Gespräch mit Wirtschaftsministerin Dr. Hoffmeister-Kraut

Anfang Februar war der LFB-Vorstand wieder zu Gast bei Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut. Vertreten von den Vorständen Dr. Demuth, Dr. Baier, Dr. Mack, Dr. Tomppert und Dipl-Ing. Stephan Weber, standen eine Reihe von drängenden Herausforderungen auf der Agenda.

Im Fokus des Gesprächs standen die europäische Verhältnismäßigkeitsrichtlinie und deren im Sommer anstehende nationale Umsetzung, sowie die ebenfalls noch im Sommer angedachte Reform des Bildungszeitgesetzes. Die Verhältnismäßigkeitsrichtlinie bzw. die sich daraus ergebende Verhältnismäßigkeitsprüfung bei Satzungsänderungen bereitet einigen verkammerten Freien Berufen gegenwärtig noch Kopfzerbrechen, da die Anforderungen einer solchen Prüfung bislang noch nicht bekannt sind. Für die angedachte Reform des Bildungszeitgesetzes warb der Vorstand für eine Ausnahme von Körperschaften des öffentlichen Rechts bei der Pflicht zur Zertifizierung als Bildungsträger und hob hierbei die Besonderheiten der freiberuflichen Kammern hervor. Auch der Normenkontrollrat hat sich dem Argument des LFB angeschlossen und eine Ausnahme von der Zertifizierung in seinem letzten Sonderbericht aufgeworfen.

 


Die Freien Berufe in Baden-Württemberg und Verbandsprofil:

In Baden-Württemberg gibt es knapp 176.000 Freiberufler. Dies entspricht einem Drittel aller Unternehmen. Insgesamt beschäftigen die selbständigen Freiberufler in ihren Apotheken, Büros, Kanzleien und Praxen über 567.000 Erwerbstätige. Darunter fallen 505.500 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, 26.500 Auszubildende und 35.000 mitarbeitende, nicht-sozialversicherungspflichtige Familienangehörige. Die im Jahr 2018 von den Freiberuflern im Land erbrachten Lieferungen und Leistungen hatten einen Wert von knapp 78 Mrd. Euro. Insgesamt beläuft sich der Anteil der Freien Berufe am baden-württembergischen BIP auf 10,3 Prozent, womit die freiberufliche Wirtschaftskraft noch vor dem Fahrzeugbau (9,9 Prozent) und dem Maschinenbau (7,3 Prozent) liegt.

Der LFB BW vertritt als Dachorganisation 45 Kammern und Verbände der Freien Berufe in Baden-Württemberg, darunter Apotheker, Ärzte, Ingenieure, Notare, Patentanwälte, Psychotherapeuten, Rechtsanwälte, Restauratoren, Steuerberater, Tierärzte, Texter, Wirtschaftsprüfer und Zahnärzte.


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