Die Freien Berufe

Architekten, Apotheker, Ärzte, Dolmetscher und Übersetzer, Ingenieure, Künstler, Logopäden, Notare, Psychotherapeuten, Rechtsanwälte, Steuerberater, Tierärzte, Restauratoren Wirtschaftsprüfer, Zahnärzte und viele andere Freiberufler übernehmen systemrelevante Aufgaben.

Was sind Freie Berufe?

Die Freien Berufe sind für das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben Baden-Württembergs unverzichtbar. Ihre Vertreter tragen Sorge für das Gemeinwohl, sichern das Gesundheitswesen und die Rechtsordnung, und prägen die Baukultur und Kunst entscheidend mit. Sie erbringen mit ihren Kenntnissen Dienstleistungen, die für die Gesellschaft von herausgehobener Bedeutung sind. Die Freien Berufe sind damit mehr als ein bloßer Wirtschaftsfaktor.
In Deutschland gibt es verschiedene Definitionen für Freiberufler, gesetzlich etwa im Einkommensteuergesetz (EStG) und im Partnerschaftsgesellschaftsgesetz (PartGG). Der Gesetzgeber unterscheidet hier zwischen den sogenannten Katalogberufen, die abschließend aufgelistet werden, den Tätigkeitsberufen und den ähnlichen Berufen, die den Katalogberufen ähneln.
Die Katalogberufe
Die Katalogberufe sind die "klassischen" Freien Berufe. Sie werden in §18 Abs. 1 EStG abschließend aufgelistet. Zu ihnen gehören die Heilberufe (Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte, Psychotherapeuten), die rechts-, steuer- und wirtschaftsberatenden Berufe (Rechtsanwälte, Notare, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, beratende Volks- und Betriebswirte), die naturwissenschaftlichen und technischen Berufe (Vermessungsingenieure, Ingenieure, Architekten) und die informationsvermittelnden und sprachlichen Berufe (Journalisten, Bildberichterstatter, Dolmetscher oder Übersetzer).

Zusätzlich dazu werden im Partnerschaftsgesellschaftsgesetz (PartGG) vier selbständig ausgeübte Berufsbilder zu den Katalogberufen gezählt, nämlich der Diplom-Psychologe, der Heilmasseur, die Hebamme und der hauptberufliche Sachverständige.
Tätigkeitsberufe und ähnliche Berufe

Dass es neben den Katalogberufen noch weitere Berufsgruppen gibt, die zu den Freien Berufen gehören, liegt am sich stetig wandelnden Gesellschafts- und Wirtschaftsleben und dem Aufkommen neuer Berufsbilder.

Ähnliche Berufe stehen den Katalogberufen nahe, da ihre Ausbildung oder auch die konkrete berufliche Tätigkeit mit einem Katalogberuf vergleichbar ist. Tätigkeitsberufe zeigen demgegenüber im Arbeitsalltag die typischen Merkmale einer freiberuflichen Tätigkeit. Zu den Tätigkeitsberufen zählen wissenschaftliche, künstlerische, schriftstellerische, unterrichtende und erzieherische Tätigkeiten.

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Definition
Angehörige Freier Berufe erbringen auf Grund besonderer beruflicher Qualifikation persönlich, eigenverantwortlich und fachlich unabhängig geistig-ideelle Leistungen im gemeinsamen Interesse ihrer Auftraggeber und der Allgemeinheit. Ihre Berufsausübung unterliegt in der Regel spezifischen berufsrechtlichen Bindungen nach Maßgabe der staatlichen Gesetzgebung oder des von der jeweiligen Berufsvertretung autonom gesetzten Rechts, welches die Professionalität, Qualität und das zum Auftraggeber bestehende Vertrauensverhältnis gewährleistet und fortentwickelt. (Bundesverband der Freien Berufe)
Die Freien Berufe sind ein zentraler Konjunktur- und Beschäftigungsanker unseres Landes. Doch sind sie sehr viel mehr als ein bloßer Wirtschaftsfaktor. Für die lokale Versorgung und den Zusammenhalt der Gesellschaft vor Ort sind sie unverzichtbar. Die Sorge für das Gemeinwohl gehört zu ihrer DNA.
Diese Grundlage des Freien Berufes - Verantwortlichkeit, Vertrauen, Vermeidung von Interessenskonflikten - bleiben eine Frage von Qualifikation, Stil und Charakter, und können letztlich allein durch Normen nicht garantiert werden.

Welche Bedeutung haben die Freien Berufe?

Angestellte und selbständige Freiberufler gehören zum unverzichtbaren Fundament des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens in Baden-Württemberg. Ihre Vertreter tragen Sorge für das Gemeinwohl, sichern das Gesundheitswesen und die Rechtsordnung, und prägen die Baukultur und Kunst unseres Lebens entscheidend mit.

Über rein kommerzielle Interessen hinausgehend übernehmen sie auch in Kernbereichen des öffentlichen Interesses gesamtgesellschaftliche Verantwortung und bekennen sich durch ihr Handeln tagtäglich zur Gemeinwohlorientierung. Mit einem hohen Maß an Eigenverantwortlichkeit und Unabhängigkeit bürgen die Freiberufler für eine hohe Versorgungs- und Dienstleistungsqualität.

743.000 Erwerbstätige in den Freien Berufen insgesamt

175.800 Selbständige

10,3 Prozent des BIP