Entlastungskabinett muss liefern: Bürokratie bremst Freiberufler aus

Veröffentlichungsdatum: 06. November 2025

Spitzenverband BFB fordert konkrete Schritte gegen überbordende Vorschriften und warnt vor Folgen für Mittelstand und Fachkräftegewinnung.

Vor der ersten Sitzung des sogenannten Entlastungskabinetts der Bundesregierung am 5. November 2025 fordert der Bundesverband der Freien Berufe (BFB) entschlossene und praxisnahe Maßnahmen zum Abbau bürokratischer Hürden."Wir brauchen endlich spürbare Entlastungen statt neuer Bürokratie. Der Mittelstand und mit ihm die Freien Berufe brauchen mehr Vertrauen und weniger Misstrauenskultur", sagt BFB-Hauptgeschäftsführer Peter Klotzki. "Das heißt, letztlich zählt auch ein Wechsel des Mindsets in der gesamten Gesellschaft."

Aus Sicht der Freien Berufe versprechen die Initiativen aus dem neu geschaffenen Digitalministerium und die Ankündigungen beispielsweise aus dem Bundesarbeitsministerium eine Wende für weniger Bürokratie. Die angekündigte "Work-and-Stay"-Agentur und die geplante Entpflichtung kleinerer Betriebe von zusätzlichen Beauftragten könnten erste Signale sein. Die Voraussetzung: Sie müssen zügig umgesetzt und konsequent weiterentwickelt werden, neue Bürokratie wie das Tariftreuegesetz gehören gestrichen.

Denn: Freiberuflerinnen und Freiberufler leiden unter struktureller Überlastung. Laut BFB-Konjunkturumfrage aus dem Frühjahr 2024 entfallen 27 Prozent der Arbeitszeit auf bürokratische Aufgaben, die nicht zum Kerngeschäft zählen. Gleichzeitig arbeiten über ein Drittel der Befragten bereits über der Belastungsgrenze. "Das ist ineffizient, das ist demotivierend und es gefährdet die Zukunftsfähigkeit ganzer Berufsgruppen", so Klotzki.

Gerade moderne Arbeitsformen und die Gewinnung internationaler Fachkräfte erfordern bessere Rahmenbedingungen. Die neuste BFB-Konjunkturumfrage des Instituts für Freie Berufe (IFB) im Auftrag des BFB zeigt: Der Bürokratieabbau ist die zentrale Voraussetzung für modernes Arbeiten. Der Verband fordert die Bundesregierung daher auf, bürokratische Hemmnisse konsequent abzubauen – und fragwürdige Regelungen wie das Tariftreuegesetz zu streichen.

"Die Freien Berufe unterstützen schon heute bei der Umsetzung staatlicher Aufgaben. Das geht besser, wenn die Politik endlich loslässt und Freiberuflerinnen, Freiberuflern und Selbstständigen wieder vertraut", betont Klotzki.

Weitere Informationen

Sie finden diese Meldung auch auf der Website des BFB.

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