Meldung

263.000 offene Stellen bei den Freien Berufen

Der Personalmangel in den Freien Berufen verschärft sich. Insgesamt fehlen 263.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das geht aus der aktuellen Konjunkturumfrage des Bundesverbandes der Freien Berufe (BFB) hervor.

Konkret fehlen Deutschlands Ärzten, Architekten, Rechtsanwälten und Co. rund 160.000 Fachkräfte, 53.000 angestellte Berufsträgerinnen und -träger sowie 50.200 Auszubildende. „Der Fachkräftemangel ist bis tief in die Praxen, Kanzleien, Büros und Apotheken vorgedrungen“, sagte Friedemann Schmidt, Präsident des BFB. „Die Mangelerscheinungen gewinnen mehr und mehr an Wucht.“

Nach Ergebnissen der Konjunkturumfrage mussten gut zwei Drittel der Befragten bereits Aufträge, Behandlungen oder Mandate wegen Personalmangels ablehnen. Jeder vierte Befragte rechnet damit, sein derzeitiges Arbeitspensum höchstens noch ein Jahr lang bewältigen zu können. Erschwerend kommt hinzu, dass es immer länger dauert, einen geeigneten Stellenkandidaten zu finden. Durchschnittlich dauert die Personalsuche in den Freien Berufen derzeit zehn Monate.

Ihre aktuelle Geschäftslage schätzen 38,1 Prozent der befragten Freiberuflerinnen und Freiberufler als gut ein, 43,6 Prozent als befriedigend und 18,3 Prozent als schlecht. Verglichen mit den Vorjahreswerten verbessert sich die Stimmung leicht: Im Winter 2022 beurteilten 37,7 Prozent der Befragten ihre Lage als gut, 40,9 Prozent als befriedigend und 21,4 Prozent als schlecht.

Drei von vier Freiberufler-Gruppen bewerten ihre aktuelle Lage etwas besser als im Vorwinter. Die rechts-, steuer- und wirtschaftsberatenden Freien Berufe sind noch am zuversichtlichsten, gefolgt von den technisch-naturwissenschaftlichen Freien Berufen und den freien Kulturberufen. Die Freien Heilberufe bewerten ihre aktuelle Lage schlechter.

Über die Umfrage

Repräsentative Umfrage des Instituts für Freie Berufe (IFB) im Auftrag des BFB vom 4. Oktober bis 6. November 2023 unter knapp 1.600 Freiberuflerinnen und Freiberuflern zur Einschätzung ihrer aktuellen wirtschaftlichen Lage, der voraussichtlichen Geschäftsentwicklung in den kommenden sechs Monaten, ihrer Personalplanung und Kapazitätsauslastung. Im Sonderteil wurde der Fachkräftemangel in den Blick genommen.

Weitere Informationen

Die Pressemeldung des Bundesverbands der Freien Berufe (BFB) mit weiteren Details finden Sie auf der Website des BFB.

In unserem Statistik-Bereich finden Sie ausgewählte Aspekte der BFB-Konjunkturumfrage im Zeitverlauf dargestellt.